Von Mailand nach Langenthal - Ein Wiedersehen mit dem Neurologen Prof. Marco Mumenthaler
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Marco Mumenthaler ist der Doyen der schweizerischen Neurologie und hat Wurzeln im Oberaargau. Vor kurzem besuchte er für einen Fachvortrag im Rahmen der hausärztlichen Fortbildung das Spital Region Oberaargau (SRO). Diese Zusage erfolgte auf Initiative von Andreas Baumann, anlässlich von dessen neu eröffneter Praxis mit Spitaltätigkeit,«Neurologie Oberaargau».
Über Jahrzehnte hat Marco Mumenthaler die schweizerische Neurologie entscheidend geprägt. Zahlreiche Veröffentlichungen liegen in einer Vielzahl von Übersetzungen vor und gelten als Standardwerke. So erschien das Buch «Neurologie» 2008 (Erstausgabe 1967) in zwölfter Auflage.
Nach Sizilien ausgewandert
Interessant ist, was Mumenthaler über seine Oberaargauer Wurzeln zu erzählen weiss. Sein Grossvater väterlicherseits, Johann Mumenthaler, und seine Ehefrau Emma geb. Richard stammten beide aus Langenthal. Sie wanderten aus Langenthal aus, weil der Grossvater als gelernter Küfer in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Hause keine Arbeit fand. Nach einer erfolglosen Zeit in Paris war das nächste Ziel Catania in Sizilien. Hier hatte der Grossvater als Kaufmann Erfolg. |
Seine vier Kinder wurden in Sizilien geboren, und der Vater von Marco Mumenthaler wuchs als Auslandschweizer in Italien auf. «Meine Kindheit verbrachte ich in Mailand zusammen mit meinem jüngeren Bruder, und ich machte dort während des Krieges 1943 die Matura.» Die Verbundenheit des Grossvaters Johann Mumenthaler-Richard mit seinem Heimatort Langenthal äusserte sich unter anderem darin, dass er eine Stammtafel des Geschlechtes Mumenthaler von 1581 bis 1941 nach den Kirchenbüchern und dem Burger-Rodel von Langenthal erstellte. Davon wird ein Exemplar im Museum Langenthal aufbewahrt. «Später wollte es der Zufall, dass mein jüngerer Bruder Andrea Mumenthaler als Chefarzt der unfallchirurgischen und orthopädischen Abteilung von 1967 bis 1982 am Spital Langenthal wirkte.» Er selber war seit 1962 als Direktor der Neurologischen Universitätsklinik am Inselspital Bern tätig. In den 28 Jahren bis zu seinem Rücktritt machte er oft Konsilien im Spital Langenthal. «Einmal suchte ich das Bauerndorf Mumenthal auf, das inzwischen in dem Städtchen Aarwangen eingemeindet wurde. Es besteht aber immer noch eine als Mumenthal bezeichnete Haltestelle des lokalen Bähnchens, gewissermassen der Hauptbahnhof meines Heimatdorfes.»
© Langenthaler Tagblatt, 12.06.2010 |