|
Die Spital Region Oberaargau AG (SRO) kann das Spital Langenthal sanieren. Nach einem Abstimmungsslalom hiess der Grosse Rat gestern den Kredit von 74,5 Millionen Franken klar gut.
«Das ist für mich eine riesengrosse Erleichterung und riesengrosse Freude», kommentierte Dieter Widmer (BDP/Wanzwil) wenige Minuten nach dem Ja zum 74,5-Millionen-Franken-Kredit des Grossen Rates das klare Verdikt. Der Weg zum Resultat sei zwar etwas steinig und kompliziert gewesen. Und man habe taktieren müssen. «Aber die Schlussbilanz ist hervorragend», so Widmer, der Verwaltungsratspräsident der SRO ist. Mit Dorette Balli (SP/Langenthal) gehört eine zweite SRO-Verwaltungsrätin dem Grossen Rat an. Auch sie zeigte sich überglücklich: «Das ist ein Superstart in diesen Morgen.»
Kritik aus dem Emmental
Dem mit 106 gegen 13 Stimmen und 12 Enthaltungen gefällten Entscheid war eine
gründliche und lange Diskussion vorausgegangen (vergleiche gestrige Ausgabe). Vor allem Räte aus dem Emmental und dem Oberland hatten kritisiert, das Geschäft sei ein «Blindflug». Vor einem Beschluss verlangten sie Aufklärung, wie die Gesundheitsdirektion die noch frei verfügbaren gut 470 Millionen Franken aus dem kantonalen Spitalinvestitionsfonds (SIF) gerecht auf die verschiedenen Regionalen Spitalzentren zu verteilen gedenke.
Zwei leicht unterschiedliche Verschiebungsanträge auf die Märzsession – bis dann hätte Gesundheitsdirektor Philippe Perrenoud (SP) die entsprechende Geldverteilliste dem Rat vorlegen sollen – lehnte der Rat ab. Einen davon hatte Widmer selber eingereicht: «um ein Scheitern unseres Kreditbegehrens ganz sicher zu verhindern».
Brief von Perrenoud
Perrenoud erklärte, die Spitäler hätten am vergangenen Samstag einen Brief erhalten, in
dem sie aufgefordert würden, wie das SRO eine nachhaltige Strategie auszuarbeiten, wie sie nach der Neuregelung der Spitalfinanzierung ab dem Jahr 2012 tätig sein wollen. (Ab 2012 erhalten alle Spitäler in der Schweiz keine öffentlichen Gelder mehr für Investitionen. Diese finanziellen Mittel müssen sie über die Fallpauschalen selber
erarbeiten.) |
Er wisse jedoch nicht, ob alle Spitäler ihre Strategien bereits bis im März vorlegen könnten. Perrenoud versprach zu informieren, «sobald wir die entsprechenden Unterlagen besitzen».
Andere RSZ können profitieren
Die Ratsdebatte hatte auf der Tribüne SRO-Direktor Hans Peter Kuert mitverfolgt. Sein Fazit: «Hervorragend. Der Rat hat unsere
seriöse und gute Arbeit honoriert.» Die Kreditzusage sei nicht nur für den Oberaargau, sondern für den ganzen Kanton gut. «Wir stellen unser wegweisendes Know-how gerne den anderen RSZ zur Verfügung.» Gemäss Kuert will das SRO nächsten Monat bei der Stadt Langenthal das Baugesuch einreichen. Die Überbauungsordnung befinde sich bereits beim Kanton. «Wir hoffen auf eine Ziellandung im Herbst, dass wir dann sowohl die Baubewilligung wie auch das O.K. zur Überbauungsordnung haben.» Danach folge das Submissionsverfahren. «Wenn alles klappt, können wir in einem Jahr mit dem Bau beginnen.»
Vorgesehen sind Neubauten im Minergie-P-Eco-Standard. Unter anderem erhält das Spital sechs neue Operationssäle. Neu erstellt werden zudem die Therapieräume, die Radiologie und das Labor. Dringend sanierungsbedürftig sind die Gebäudehülle und die haustechnischen Installationen des 40 Jahre alten Spitals.
So stimmten die Räte
Dem 75-Millionen-Franken-Kredit stimmten 106 Grossrätinnen und -räte zu.
Folgende 13 Räte lehnten den Kredit ab:
SP: Ueli Arm, Burgdorf; Patric Bhend, Thun; Andrea Lüthi, Wynigen.
SVP: Beatricce Struchen, Epsach.
FDP: Hans-Jörg Pfister, Zweisimmen.
BDP: Franz Haldimann, Burgdorf; Daniel Pauli, Schliern.
EDU: Erwin Burn, Adelboden; Martin Friedli, Sumiswald; Marc Früh, Lamboing; Markus Kronauer, Burgdorf; Stefan Oester, Belp; Alfred Schneiter, Thierachern.
Zu den 12 Räten, die sich der Stimme enthielten, gehörte der Burgdorfer Christoph Grimm (Grüne). (UZ)
© Langenthaler Tagblatt |